Sonntag, 12. August 2012

Familienbande (Familie Bell)

Seit einigen Wochen schon wohnt Sharon Wirth mit ihrer Schwester Hannah und deren Mann Isaac und dem kleinen Sohn Daniel zusammen. Eigentlich hatten die Schwestern schon immer Probleme miteinander, für die ruhige Hannah war der unstete Lebenswandel ihrer kleinen Schwester nie nachvollziehbar, während Sharon das Familienleben der Älteren schon immer spießig fand. Sie selbst würde sich nie einfach so an einen Mann binden, es war doch ungleich einfacher, die Beziehung notfalls wieder zu verlassen. Gut ab und an musste man liebgewonnene Umgebungen verlassen, aber das war ja nur ein kleiner Preis für die Freiheit.

Ansonsten lässt Sharon es sich einfach gut gehen, immer mehr fühlt sie sich in der letzten Zeit zu ihrem Nachbarn John Mole hingezogen. Sie hatte schon immer ein Faible für geheimnisvolle Männer und John Mole ist so geheimnisvoll, dass er sich sogar in Selbstgesprächen mit immer wechselnden Pseudonymen anspricht.

Leider erstreckt sich Johns Geheimniskrämerei auch auf seine Frauengeschichten, somit ist es Nina Caliente selbst überlassen, Sharon darüber aufzuklären, dass sie ganz sicherlich mindestens momentan keine weitere Frau an Johns Seite sehen will.

Traurig bestellt Sharon an der Bar etwas, was ihr helfen soll, die Probleme zu vergessen, als sie plötzlich neben sich ihren Schwager erkennt. Auch Isaac hat einen Grund dazu, hier seinem Kummer nachzugeben, will sich doch trotz innigem Wunsch der beiden Eheleute kein zweites Kind einstellen. Zudem strengt ihn das Leben an der Seite der hübschen Schwester seiner Frau merklich an. Natürlich liebt er Hannah über alles, aber Sharon ist so lebenslustig und froh, wo Hannah immer in Gedanken bei den Dingen ist, die ihr noch fehlen, als sich an dem zu freuen, was sie bereits erreicht hat...

Am nächsten Morgen verbringt Isaac lange Zeit alleine im Bad. In seinen Gedanken kreisen die Erlebnisse der letzten Nacht... Manches wäre ein Grund, die Zeit zurückzudrehen...

Einige Wochen später zeigt sich endlich in den Bemühungen um ein Geschwisterchen für Daniel Erfolg. Hannah ist tatsächlich schwanger und kann ihr Glück kaum fassen. Unverständlich nur, dass Isaac die Freude nicht so ganz zu teilen scheint, aber seit einigen Wochen ist er ohnehin recht zurückhaltend.

Eine zweite Schwangerschaft sorgt bei den werdenden Mutter für weitaus weniger Freude. Sharon hat die Gelüste nach Marmelade mit sauren Gurken so gut wie möglich ignoriert, aber der stetig wachsende Bauch lässt nur einen Schluss zu... Gut, gegen ein Kind hat sie nichts, aber diesen Vater hätte sie sich und ihm gerne erspart. Warum musste eine einzige Nacht nur solche Folgen haben?

Hannah hingegen ahnt nichts. Ihre Schwester äußert sich zwar nicht über einen möglichen Vater des Ungeborenen, aber das ist ja auch ihre Sache. Im Stille befürchtet Hannah (nicht ahnend, wie nah sie der Wahrheit kommt), dass er gebunden ist. Aber dafür kann ja niemand etwas.

Und so kommt Alexander Bell zur Welt - einige Wochen vor dem Geburtstermin seines Cousins und, wie nur wenige wissen, Halbbruders.

Sharon hat sich inzwischen entschlossen, das Kind alleine großzuziehen. Isaac gehört zu Frau und Söhnen. Der werdende und seiende Vater reagiert mit einer gewissen Erleichterung auf die Nachricht, verspricht immer für sie und das Kind dazusein, aber dennoch gehört sein tiefes Herz eben Hannah. Somit ist alles wieder im Lot bei Familie Bell oder eher wäre alles im Lot...
... wenn Hannah nicht zufälligerweise alles mit angehört hätte... So muss es sich anfühlen, wenn das ganze Leben zusammenbricht.
Die Aufregung durch die nun aufbrechenden Konflikte tut ihr übriges und Lorenz Wirth kommt gesund und munter aber kurze Zeit zu früh zur Welt. Mit wem wird er leben - mit seiner Mutter alleine oder auch mit seinem Vater, der zugleich sein Onkel ist...