Samstag, 18. August 2012

Es war einmal (Teil I) (Familie Cho)

Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in einem Land weit weg von hier eine wunderschöne Prinzessin mit Namen Vivian Cho. Schon lange war es her, dass Vivians Geliebter bei einem tragischen Unglück verstorben war und so lebte die liebliche Prinzessin alleine mit ihrer kleinen Tochter Etsu.

Die kleine Etsu war ein fröhliches Kind, trotz des schweren Schicksals, das auf ihrer Familie lag. Tag für Tag spielte sie in dem kleinen Garten, der zu der königliche Mietwohnung gehörte.

Prinzessin Vivian jedoch war oftmals gedrückt von Schulden und der Ungewissheit, wie sich ihr Leben entwickeln würde. Sie gab sich Mühe um einen ernsthaften Job zu finden, aber was konnte eine Prinzessin schon tun um Geld zu verdienen? Immer schwerer fiel es Vivian, morgens aufzustehen und die Arbeit anzutreten.

Eines Tages jedoch klopfte die Rettung persönlich  an Vivians Tür und zwar in Gestalt des edlen Ritters Thomas, der eigentlich nur eine Tasse Mehl leihen wollte, aber mit geschultem Ritterauge sofort die missliche Lage erkannte, in welcher sich die schöne Vivian befand.

In jedem romantischen Märchen hätte sich nun sofort das Leben von Prinzessin Vivian geändert, doch das Leben ist ab und an kein romantisches Märchen und gleicht diesem auch nicht. So regierten immer noch Chaos und Geldmangel Vivians Leben und die kurze Hoffnung auf Rettung schien bereits wieder verflogen.

Um zumindest dem Geldmangel zu entgehen, entschied sich Vivian nach langem Zögern einen Untermieter aufzunehmen, auf dass dieser holde Jüngling durch seine Zahlungen zum Erhalt der Wohnung beitrüge. 

Etsu hingegen berührte die Not der Mutter nicht, sie amüsierte sich lieber bei Spielen mit Ritter Thomas.

Vivian hingegen war von Thomas' Einfühlungsvermögen so beeindruckt und gerührt, dass endlich das geschah, was zwangsläufig in solchen Situationen geschieht, sie verliebte sich in Ritter Thomas und endlich erfüllte wieder Hoffnung ihr armes Herz.
 Auch Thomas' Herz war von Liebe zu Vivian und Etsu erfüllt, und so kam es eines Tages, dass Vivian all ihren Mut zusammennahm und (auch wenn es sich für eine Prinzessin eigentlich nicht schickt) Thomas um seine Hand bat. Voller Freude willigte er ein und die beiden feierten die nahe Hochzeit drei Tage und drei Nächste lang.

So wäre das Leben von Vivian endlich glücklich gewesen, wenn nicht der Mitbewohner begonnen hätte, zahlreiche Freunde zu Treffen nach Hause zu laden. Vivian fühlte sich recht unwohl zur Zeit und ihre Müdigkeit wurde nicht besser von all den Gästen, die ihr Zuhause von den letzten Drachenkämpfen berichteten.

Nicht einmal in ihrem Bett hatte Vivian Ruhe, immer wieder stellte ihr Mitbewohner ihr nach, obgleich sie ihm schon lange berichtet hatte, dass nur Thomas ihr Herz gehörte.

So war es denn auch der Mitbewohner, der bei Vivian war, als ihr und Thomas' Sohn Yukio in einer verregneten Nacht das Licht der Welt erblickte.
(Fortsetzung folgt)