Sonntag, 19. April 2009

Familie am Abgrund (Familie Capp)


Wie würde Dina Calliente wohl reagieren, wenn ihr bekannt wäre, dass der nette Herr mit dem sie sich so gut über die Bedeutung von grüngewandeten Seiltänzern für die moderne Kriminalistik unterhalten kann Albert Capp ist, der eigentlich ganz andere Dinge zu tun hätte als solche Diskussionen? Nun, da Dina nicht gerade für ihre soziale Ader bekannt ist, würde sie eine solche Neuigkeit vermutlich nicht interessieren.


Alber Capp, seines Zeichens Familienvater von vier Kindern, Ehemann von Guneril und hoffnungsfroher Anwärter auf die nächste Stelle als Superpolizist hingegen hätte wirklich anderes zu tun als mit unbekannten Frauen zu diskutieren.
Seit Guneril das von ihr erträumte Stellenangebot im örtlichen Krankenhaus angenommen hat (manche Chancen hat man eben nur einmal im Leben), mangelt ihr nämlich auch die Zeit für die zahlreichen Kinder und so ist vor allem Nesthäkchen Ariel immer öfter sich selbst und den vollen Windeln überlassen.


Leider drehen sich Alberts Gedanken trotz dieser Situation immer noch vor allem um die neuesten Ermittlungsmethoden. Wer die Verwendung von virtuellen Fingerabdrücken zur Entdeckung von potentiellen Straftätern plant, kann sich eben nicht mit solchen Kleinigkeiten auseinandersetzen.


Leider sind Alberts Methoden noch nicht soweit gediehen, dass sie ihrem Entwickler den Lebensunterhalt finanzieren können, das Haus ist inzwischen einfach zu klein für die Großfamilie und die Kinder ziehen es zum Teil durchaus vor, die Nacht auf dem Sofa zu verbringen - wartet oben doch nur ein vollgestopfter Raum, in dem schon die Geschwister schlafen (oder wahlweise das viel zu kleine Bad belagern).


Wenigstens in der Küche ist meistens Platz, was aber auch daran liegen mag, dass Albert in den meisten Fällen die Mahlzeiten im Herd vergisst, was schon mehrfach Küchenbrände zur Folge hatte, es ist nur dem reinen Glück zu verdanken, dass sich die Schäden bisher in Grenzen hielten.


Goneril hingegen ist der lebende Beweis dafür, dass auch hinter erfolgslosen Männern Frauen stehen können. Sie versucht ihr Möglichstes, die Familie durchzubringen, auch wenn sie den leisen Verdacht hegt, dass in naher Zukunft ihre Arbeitsfährigkeit wieder einmal eingeschränkt sein wird... Nicht dass sie etwas gegen Kinder hat, aber irgendwie hat sie das dumpfe Gefühl, dass der baldige Neuabkömmling die Sache nicht gerade einfacher machen wird.


Albert ist ihr da leider nach wie vor keine Hilfe. Nicht einmal abends hat er Zeit für seine Frau, muss er doch rund um die Uhr aktiv sein, damit er jederzeit einen Verbrecher schnappen kann. Ein Springseil hat in dieser Beziehung gleich mehrere Vorteile, zum einen wirkt ein Detektiv mit Seil harmloser als einer, der mit Waffen trainiert, zum anderen kann ein potentieller Verbrecher gleich mit nämlichem Seil dingfest gemacht werden.


Sollte Albert weder trainieren noch Ermittlungsmethoden entwickeln übt er sich in der Art der Ernährung, die nach wissenschaftlichen Quellen am besten für angehende Ermittler geeignet ist...


Wie er es allerdings trotz TK-Doughnuts immer wieder schafft, den Herd in Flammen zu setzen, das bleibt ein Rätsel, dem er sich zu Gonerils Leidwesen nicht wirklich widmet.


Wer mag es Goneril also verdenken, dass sie, umgeben von einem bemühten aber nichtdestrotz erfolglosen Ehemann, vier bis fünf verstörten Kindern und ettlichen finanziellen Problemen, immer wieder in eine Welt jenseits der ihrigen floh. Leider stellten sich die Tagträume nicht als wirklich erholsam heraus, immer wieder sah sie ihre Familie in ungewohnter Umgebung. Meistens spielte ein Sim in einem grünen Haus eine Rolle, doch fast immer lauerten auch in diesen Vorstellungen Verderben auf ihre Lieben und sie selbst - Autounfälle, Feuertode, Gefängnisstrafen und dergleichen mehr.
Arme Goneril...


Dem herbeieilenden Psychiater gefiel die psychische Situation Gonerils nicht wirklich, er diagnostizierte "morbus cappianis" im fortgeschrittenen Stadium und empfahl dringend Ruhe und die Erfüllung einiger Herzenswünsche - aber wovon hätte Goneril dies bezahlen sollen?


Mitten hinein in dieses Chaos kommt dann auch noch Tamina zur Welt, jüngster und wie Goneril bei aller Liebe hofft letzter Spross der Capp-Sippe.


Dummerweise nehmen die örtlichen Behörden keine Rücksicht auf die junge Familie. Auch nach der Geburt von Tamina hagelt es weiterhin Rechnung auf Rechnung, so dass weder Goneril noch Albert auch nur einen Tag bei dem Baby zuhause bleiben können.


Als dann auch noch Goneril ihre Stelle verliert, ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Sollte wirklich das unrühmliche Ende dieses Capp-Zweiges gekommen sein?


Doch Rettung naht.
Durch die Organisation "Sims haben Rechte und Bedürfnisse" (ShRuB) konnte der Familie ein Kredit über eine größere Summe zur Verfügung gestellt werden.
Gleichzeitig übernimmt diese Stiftung den Äumbau des viel zu kleinen Hauses und stellt ein Kindermädchen ein, das ursprünglich bei der Familie einziehen sollte, es sich allerdings doch spontan anders überlegte und den Job wieder kündigte - trotz eigenem Zimmer.


Und so kehrt wieder etwas Ruhe bei den Capps ein. Die Kreditraten sind vorhanden aber bezahlbar und Goneril kann endlich etwas durchatmen und in Ruhe einen neuen Job suchen.


Miranda, die bisher immer vermieden hatte, Freunde in ihr chaotisches Haus einzuladen, kann endlich auch zuhause ihren Interessen nachgehen - dass das Hauptinteresse mit Nachnamen Monty heißt, ist zum Glück noch niemandem aufgefallen, der das junge Glück stören könnte.


Tamina liegt endlich nicht nur in nassen Windeln auf dem Fußboden, sondern verfügt über ihrem Alter angemessenes Spielzeug und wird von der Familie gehegt und gepflegt.


Warum sich allerdings vor allem Mirandas Arbeitskollege Romeo Monty um den Cappsprössling kümmert, wird wohl sein Geheimnis bleiben...