Freitag, 29. Mai 2009

Meine Familie und ich (Fam. Ottomas)


Das hatte sich Samantha Ottomas wirklich anders vorgestellt als sie sich von ihrem Mann überreden ließ, nur mal kurz seine Mutter zu besuchen.
Ohne es anzukündigen, hatte sich Peter nämlich gleich hierher versetzen lassen und nun sitzt sie hochschwanger mit Mann, drei Kindern und ihrer seltsamen Schwiegermutter in diesem Nest fest - in einem Haus, das eigentlich nur für eine Person gebaut und damit viel zu klein ist, so klein, dass es nur einen Rückzugspunkt gibt, der allerdings auch meistens besetzt ist...


Zudem zeigen ihre Kinder langsam aber sicher Verhaltensweisen, die auf die seltsame pädagogische Einstellung von Oma Dora zurückzuführen sind.
Sharla z.B. ist fest entschlossen, die Weltmeisterschaft im Ohrenwedeln zu gewinnen (hier mit ihrem größten Konkurrenten),


Katze Alabama (wer hat dem Tier bloß diesen Namen gegeben?) weigert sich, die einzige Küchentheke zu verlassen und blockiert damit die Nahrungszubereitung,


und die ganze Gartenarbeit bleibt auch an Samantha hängen, dabei ist es doch mehr als wichtig, dass die Kinder biologisch dynamisch angebautes Obst zu sich nehmen können (die Schädlinge werden selbstverständlich nur mit biologisch abbaubarem Pestizid vertrieben).


Sicherlich ist es auch Doras Schuld, dass Tommy immer noch den Topf verweigert. Wenigstens gibt es hier keine Kindergärten, die ihn deshalb nicht aufnehmen könnten...


Auch die Geburt hat Samantha sich anders vorgestellt - irgendwie "intimer" und nicht als Familienevent.


Immerhin ist sie glücklich über die beiden jüngsten Ottomas': Die kleine Cindy...


... und ihre Schwester Cecilia, beide benannt nach Cousinen von Doras Schwippschwager - ganz der Tradition gemäß.


Doch auch Dora hat es sich anders vorgestellt, als ihr Sohn sich und die Familie eingeladen hat. Irgendwie ist es doch anstrengend, sich in einer Großfamilie einen Küchenstuhl zu teilen - seit sie allerdings die Essenszeiten neu vergeben hat (jeder hat morgens zehn Minuten Zeit) klappt es halbwegs.


Dass ihre beiden älteren Enkel seit der Geburt der Zwillinge im Zelt schlafen härtet immerhin ab (auch wenn der Platz mitten auf den Stiefmütterchen vielleicht etwas unpassend gewählt wurde, aber das ist sicherlich Samanthas Schuld).


Immerhin kann sie es durchsetzen, dass die Babys aus Gründen der Abhärtung ohne Strampler schlafen - auch wenn ihre verweichlichte Schwiegertochter das immer wieder zu boykottieren versucht.


Tommy immerhin ist ihre große Hoffnung, bestimmt wird er mal General wie sein Großvater, hört er sich doch schon jetzt mit Begeisterung die Geschichte von "Rob der Rakete" an.


Wenn Samantha nur nicht immer so dickköpfig wäre und endlich akzeptieren würde, dass sie, Dora, schon Kinder erzogen hat, bevor sie selbst überhaupt auf der Welt war.


Wenigstens Peter ist von der neuen Umgebung wirklich begeistert - aus den Streitigkeiten zwischen Frau und Mutter kann man sich ja schließlich raushalten...