Samstag, 21. Februar 2009

Wer bin ich nur? (Fam. Neengiah)



Da saß sie nun, Pia Neengiah, mitten in einem Haus in Strangetown und konnte sie definitiv nicht daran erinnern, wie sie hierher gekommen war... Nur der Name "Tricou" spukte noch ab und an durch ihre Gedanken und aus irgendeinem Grund erfüllte er sie nicht gerade mit Freude oder Zuversicht.
Die Bewohner dieser Gegend waren im Allgemeinen harmlos aber seltsam, neigten sie doch dazu, Pia noch bevor ihr der eigene Name wieder eingefallen war quasi zu überfallen und von "Jobangeboten" und "Simleons" zu faseln...



Als besonders aufdringlich erwies sich dieser Herr, der doch tatsächlich nicht nur in das Auge beleidigenden Klamotten bei Pia auftauchte, sondern sie auch noch sofort anging und die Dreistigkeit besaß, ihr doch tatsächlich vorzuschlagen, mit der eigenen Arbeit(!) Geld zu verdienen. Pia mochte ja an Gedächtnisverlust leiden, aber so verkommen war sie ja nun wirklich nicht, wie ein hergelaufener Sim zu arbeiten.



Diese Erkenntnis teilte sie dem Kerl im ärmellosen Shirt auch mehrfach mit, doch seine sinnlosen Bemerkungen stellte er nur ein, nachdem sie ihm mit einem körperlichen Angriff gedroht hatte. Kaum hatte sie diese Drohung ausgesprochen, als sie auch schon das Gefühl beschlicht, dass diese Art der Auseinandersetzung eigentlich nicht ihr Ding war - aber welche war es dann?



Allerdings musste Pia zugeben, dass der modeunbewusste Idiot nicht ganz falsch lag, irgendwann leerte sich selbst der größte Kühlschrank und die sonstigen Kosten ließen sich auch auf die Dauer nicht ignorieren. Immerhin kamen einzelne Erinnerungen mit der Zeit zurück und so langsam erinnerte sich Pia zumindest daran, dass sie immer schon Interesse an Frisuren gehabt hatte. Einige der herumlaufenden Anwohner schienen eine Hilfe in diesem Bereich durchaus nötig zu haben und so kam es, dass Pia eines Tages einem der Stadtbewohner ihre Schere anbot.
In dem kleinen Friseursalon störte immerhin weder ihre Kleidung noch die Tatsache, dass sie spontan die dortige Ausrüstung nutzte irgendjemand - wohl möglich aufgrund der Pia eigenen Autorität, die sie selbst im Bikini ausstrahlte.



Seltsamerweise schien der Kunde weniger an seiner Frisur als an Pia interessiert zu sein - immerhin lernte er aus dieser kleinen Episode, dass man(n) sich vorher vergewissern sollte, ob die Herzensdame auf Avancen eingehen könnte - zumal wenn diese eine Schere in Händen hielt...



Nach diesem Erlebnis war Pias Interesse an einer weiteren Friseurtätigkeit stark gesunken - hatte man doch wirklich die Dreistigkeit besessen und von ihr verlangt, die Folgen ihrer Zurückweisung selbst zu bereinigen. Als ob sie dazu geboren war, Scheren von simsischen Spuren zu reinigen.
Einmal noch kam ihr Entschluss ins Wanken, dem rosa Affen Gerd Geek hätte sie zu gerne eine Rasur verpasst, zumal er dann doch vielleicht aufgehört hätte, sie mit Marketingstrategien zu nerven.



So wäre Pias Leben wohl weiterhin unerfreulich verlaufen, wenn sie nicht eines Tages bei der Suche nach dem wahren Sinn ihrer Existenz (man könnte auch "beim Einkaufen" sagen) auf ein Wesen getroffen wäre, das ihr vom ersten Augenblick an bekannt vorkam. Tiefgrüne Augen sahen sie an, als sie die schwarze Katze zu sich hob und ihr war, als läge in diesen Augen die Wahrheit über ihre Existenz verborgen.



An diesem Abend stand Pia noch lange vor dem Spiegel. Aus irgendeinem Grund hatte sie das Gefühl, dass ihre wahre Existenz mit schwarzen Katzen und spitzen Hüten zusammenhing - und mit der Rache an den Tricous, nur wofür, das musste sie sich noch überlegen...