
Brandi Broke hatte es nie leicht. Schon früh hat sie ihre Eltern verloren, die immer für sie da gewesen sind und dann vor wenigen Wochen auch noch dieser schreckliche Unfall ihres Mannes Skip im Swimmingpool. Nicht nur einmal hatte Brandi ihn davor gewarnt, einen Pool ohne Ausstiegsleiter zu bauen, aber nicht nur einmal hatte er sie ob ihrer Angst ausgelacht.
So kam es, dass Brandi schon viel zu früh für immer Abschied von ihrer großen Liebe nehmen musste...

Immerhin hatte ihr Skip etwas hinterlassen, was für immer seine Nähe zu Brandi ausdrücken würde - ihre Söhne Dustin und Beau. Dustin hatte sich nach dem Tode seines Vaters sehr zurückgezogen, während Beau noch viel zu klein war, um sich später an Skip zu erinnern, auch wenn er ihm wie aus dem Gesicht geschnitten war.

Was Brandi (vielleicht glücklicherweise) nicht wusste, war dass Dustin beileibe nicht jedem gegenüber verschlossen war. Da war zum einen seine Schulliebe Angela Pleasant, zum anderen aber auch eine weitaus dunklere Gestalt, dessen Einfluss auf ihrem Erstgeborenen leider nicht gerade klein war.

Immerhin brachte Dustin immer wieder Geld nachhause, angeblich durch Verkäufe bei simbay. Da Brandi als Mutter eines Kleinkindes nicht gerade die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatte, waren diese Einnahmen lange Zeit die einzige Möglichkeit, die auflaufenden Rechnungen zu zahlen.
Später sollte sich Brandi noch Vorwürfe machen, nie nach der genauen Herkunft der Simoleons gefragt zu haben...

Doch nicht nur Rechnungen hatte Skip Brandi hinterlassen - noch vor seinem tragischen Tod hatte sich ein weiteres Broke-Kind auf den Weg gemacht. So kam es, dass durch den kleinen Kevin bald noch ein hungriges Mäulchen auf Nahrung wartete.

Zum Glück erwies sich Dustin in dem "nachgeburtlichen Chaos" als eine echte Hilfe für seine Mutter. Besonders Beau hing voller Liebe an seinem großen Bruder.

Übrigens schien Beau überhaupt ein Kind zu sein, das unbeeinflusst von allen Problemen seiner Familie seinen Weg ging. Solange der Kleine sein Glockspiel in erreichbarer Nähe vorfand konnte die Welt in seinen Augen nicht wirklich schlecht sein.

Brandi genoss diese Zeiten, in denen Beau selbstvergessen der Musik lauschte, auch ohne sich rund um die Uhr um den Kleinen zu kümmern hatte sie genug zu tun. Baby Kevin schlief recht unruhig und bevor Brandi es zuließ, dass er nachts seine Brüder aus dem Schlaf riss, schlug sie sich selbst mit nicht endenwollenden Spielen die Nacht um die Ohren.
Bei solchen Anstrengungen blieben die eigentlich fest eingeplanten Bewerbungen natürlich grundsätzlich liegen und wenn sie mal wenige Minuten Ruhe hatte, war Brandi zu erschöpft, um über die Zukunft nachzudenken.

Erst ein eher unschönes Treffen zeigte Brandi, dass sie etwas an ihrem Leben und dem ihrer Kinder ändern musste. Es war ausgerechnet Marie-Claire, die Mutter von Dustins großer Liebe Angela, die eines Tages vor Wut schnaubend vor der Tür stand.
Nur wenige Augenblicke später prasselten auf die arme Brandi nicht endenwollende Vorwürfe hernieder. Ihr Sohn Dustin (Marie-Claire konnte unendlich viel Verachtung in diesen Namen legen) wäre absolut kein Umgang für die wundervolle Angela. Ihr Tochter, so Mary-Sue, habe etwas viel besseres verdient, einen Jungen aus "gutem Hause" und ganz sicherlich nicht jemanden aus der untersten Schicht.
Noch bevor Brandi zu einer Antwort ansetzen konnte, war Mary-Sue schon wieder verschwunden, nicht ohne Dustin im Namen ihres Mannes eine Anzeige anzudrohen, wenn sie ihn noch einmal bei Angela erwischen würden.

Lange grübelte Brandi nach diesem Ausbruch vor sich hin. Sicher, vieles konnte und wollte sie nicht ernst nehmen, aber so ganz unrecht hatte Mary-Sue vielleicht nicht, auf diese Art würde sie nie der Armut entkommen und zumindest ihren Söhnen gegenüber hatte sie eine Verantwortung.
So kam es, dass langsam aber sicher ein Plan heranreifte... Es war vor allem Skip gewesen, der immer aus vollem Halse ihre Kochkünste gelobt hatte - und wenn niemand sie einstellen wollte, dann musste sie eben selbst aktiv werden.
Für ein Restaurant reichten die Ersparnisse nicht, aber wenn sie verkaufte, was sie nicht brauchte, dann konnte sie bestimmt bald zumindest einen kleinen Straßenverkauf einrichten.

Was zunächst nur eine fixe Idee gewesen war, entpuppte sich bald als durchaus realistische Chance. Brandi würde noch warten bis Beau die Schule besuchte und dann, wenn sie nur noch ein Kleinkind versorgen musste, endlich durchstarten. Glücklich wie schon lange nicht mehr malte sie sich immer wieder den Einstieg in die Welt der Gastronomie aus.

Doch je stärker Brandis Probleme zurücktraten, desto größer wurden die von Dustin. Langsam aber sicher musste der Teenager feststellen, dass es doch nicht nur Vorteile hatte, Laufbursche für Sims aus der eher kriminelleren Halbwelt zu spielen...